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Was macht die Landschaft von Schijndel so spezifisch für Schijndel? Wann und wie ist die Kulturlandschaft entstanden? Und auf welche Weise kann ich meine Vorstellung von der Landschaft so gestalten, dass sie untrennbar mit dem Ort verbunden ist.
Früher /Hakenpflug
Das Gebiet der Gemeinde Schijndel wird bereits seit Tausenden von Jahren genutzt. Es wurde von Jägern und Sammlern durchquert, die auf der Suche nach Nahrung waren. Sie fanden Schutz an den südöstlichen Hängen der Decksandrücken (das Gebiet von Schijndel ist ein sogenanntes Decksandgebiet). In späteren Perioden wurde das Gebiet über längere Zeit bewohnt und der Boden bearbeitet. Der Einfluss der Landwirtschaft war anfangs gering. Bäume wurden für den Hausbau gefällt oder mussten den Äckern weichen. Die Unfruchtbarkeit der Sandböden machte es notwendig, die Ackerflächen alle paar Jahre zu verlegen. Diese Form der Raubbewirtschaftung hielt sehr lange an. Im Mittelalter war der ursprüngliche Urwald vollständig verschwunden. In der späten Mittelalterzeit entdeckte man, dass durch Düngung die Äcker wesentlich länger genutzt werden konnten. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte entstanden die sogenannten Eschdecken, die die Landschaft erneut veränderten. In großem Umfang wurden Plaggen gestochen. Große Gebiete wurden von Bewuchs befreit und verwandelten sich in Sandflächen. Die geschilderte Entwicklung kam nicht zum Stillstand: Die Landschaft verändert sich bis heute.
Welches (technische) Hilfsmittel nutzte der prähistorische Bauer, um die natürliche Umgebung in Ackerland zu verwandeln? Es sind (noch) keine Bodenspuren gefunden worden, doch der älteste und einfachste Pflug ist dasHakenplug. Ein Pflug, mit dem der Boden lediglich aufgerissen und nicht gewendet wurde. Durch diese technische Innovation wurde es möglich, die natürlichen Böden zu kultivieren.
Jetzt/Technik
Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Hakenplug zu einem Tiefpflug, von denen einige eine Arbeitstiefe von 1,5 bis 2 Metern erreichen können. Dabei wird der schlechte Oberboden durch fruchtbaren Unterboden ersetzt. Die Technik hat es möglich gemacht, die Landschaft der frühesten Siedlung in das zu verwandelen, was heute besteht: Schijndel. Es entstand Eine Infrastruktur, die für eine Wohngemeinschaft von großer Bedeutung ist. Straßen, Wege und Gassen wurden angelegt und lassen sich heute leicht über einen Stadtplan oder über das Internet wiederfinden. Mithilfe von Satellitensystemen wird das Gebiet, unter anderem das von Schijndel, untersucht und analysiert.
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Täglich nutzen wir verschiedene technische Hilfsmittel – GPS, Mobiltelefon, Internet –, um unsere Position in Schijndel zu bestimmen: Wo bin ich?
Zu wissen, wo man sich befindet, geschieht beiläufig; es gehört einfach dazu..
Als Bewohner – oder in meinem Fall als Vorbeigehender – bin ich mit einem Mobiltelefon nachverfolgbar. Auch in Schijndel. Von diesem Umstand möchte ich Gebrauch machen: Wenn ich ohnehin verfolgt werden kann, möchte ich zwei verschiedene Zeiträume miteinander verbinden und mittels einer Computeranimation zeigen, wie ich gegangen bin. In meiner Wahrnehmung des Ortes wird dies nach einem Beispiel aus der Vorgeschichte geschehen: ein Bauer mit einem Eergetouw, gezogen von einem Ochsengespann, in südöstliche Richtung.
Erläutert
Wir leben in einer technologischen Kultur. Die Landschaft, die wir wahrnehmen, ist vermittelt und wird beispielsweise durch das Autofahren, die Lokalisierung mittels GPS oder das Hören von Wetterberichten bestimmt. Zahlreiche neue Technologien ermöglichen andere Formen der Wahrnehmung. Die Vorstellung, dass der Ort selbst Geschichte gespeichert hat, lasse ich los. Der genius loci, der Geist des Ortes, wird in meiner Illustration nicht an den Ort selbst gebunden, sondern durch den Einsatz von GPS vermittelt und ist über einen Bildschirm/Flatscreen in Echtzeit zu verfolgen. GPS‑Systeme können die Bewegung registrieren und sie in Echtzeit sichtbar machen, sodass der Spaziergang nachvollziehbar ist. Die Registrierung, die Zeichnung, kann im Großformat ausgedruckt und im Außenraum (in südöstlicher Richtung an der T‑Kreuzung Koeveringsdijk/De Coevering) ausgestellt werden. Die Zeichnung kann auch in Neon ausgeführt, auf T‑Shirts gedruckt usw. werden – abhängig vom Budget.
Ausführung
Um das Projekt zu konkretisieren, gibt es mehrere Möglichkeiten. Die Zeichnung außerhalb des bebauten Gebiets lässt sich „leicht“ markieren, sodass auch andere dieselbe Route gehen können.Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Zeichnung – wie auf der großen Illustration – innerhalb des bebauten Gebiets nachzugehen. Dann ist Publikumsbeteiligung erforderlich, denn allein das Muster der Straßen ergibt lediglich eine rudimentäre Zeichnung. |
Eine Luftaufnahme von Schijndel, auf die ein Bauer mit dem Hakenpfug, gezogen von zwei Ochsen, projiziert ist.
(siehe große Illustration). Die Einwohner von Schijndel bestimmen dann die Form, und als Künstler füge ich mich in diesen Prozess ein. Die Zeichnung wird zugleich zu einem Gradmesser, denn sie veranschaulicht die Bereitschaft der Einwohner, an der Realisierung der Zeichnung ihres pflügenden Vorfahren in Schijndel mitzuwirken. Sie erzählt unter anderem etwas über den sozialen Zusammenhalt. Auf der Route, die begangen wird, entstehen Fotos, Filmaufnahmen und Tonaufnahmen, die über das Internet zu sehen und zu hören sind. Um dies zu ermöglichen, sehe ich die Möglichkeit, das Bildungswesen einzubeziehen. Das Endergebnis ist ein Spiegelbild des Raumes. Es erzeugt eine neue räumliche Erfahrung und ist untrennbar mit dem Ort, Schijndel, und der Zeit verbunden. |